UNIGS und CHUUG
Die UNIGS betrieb den Schweizer Knoten des UUNET. Für die Benutzung des UUNET war die Mitgliedschaft bei der EUUG (European Unix Users Group) obligatorisch. Als 1989 die Mitgliederbeiträge von 80.- auf 120.- SFR erhöht werden sollten, damit die EUUG Beiträge, die pro Mitglied festgelegt wurden, bezahlt werden konnten, wurde dies von der Mitgliederversammlung abgelehnt, da viele Mitglieder nicht an UUNET interessiert waren. Der UUNET Knoten wurde im CERN auf einer VAX betrieben. Der Aufwand wurde vom CERN zunehmend als belastend bezeichnet. An einer GV wurde beschlossen, die zentralen Dienste (News und Mail) zu Switch zu transferieren und aus der EUUG auszutreten.
Damit fühlten sich einige UUNET Benutzer überfahren und gründeten am 30.11.1989 einen eigenen Verein, die CHUUG (Präsident: Georges Schild, Ascom AG), die sich wieder bei der EUUG als Schweizer Vertretung etablierte. Es handelte sich bei dieser Trennung nicht um eine wirkliche Spaltung, denn es gab viele Doppelmitgliedschaften. Sepp Gähwiler war z.B. in beiden Vorständen aktiv. Die CHUUG führte keine eigenen Tagungen durch, und beide Vereine wurden mit den beliebten Public Domain Software Tapes von der EUUG beliefert.
Ein weiterer Grund für die Trennung war, dass Switch die Dienstleistung Internetanschluss kommerziell an Firmen verkaufen wollte. Ebenso wollte die CHUUG in dieses Geschäft einsteigen. Es war damals Privatpersonen nicht erlaubt, Datenverkehr für Dritte anzubieten, wohl aber einem Verein wie der CHUUG. Dieses Geschäft wurde von der CHUUG in Form der Gründung des Internet Service Providers EUnet AG realisiert (Geschäftsleitung: Simon Poole).

